altes - beauty - studium/leben - fashion

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Ein kleines Sammelsurium aus altem Plunder, ein wenig Beauty und SchiSchi, dem dämlichsten Studium der Welt, einem Leben im Schweinsgalopp, garniert mit etwas Kitsch und Schnickschnack!

Donnerstag, 2. Januar 2014

Komm mit mir ins Abenteuerland!

Guten Morgen liebe Welt,
 
es ist kurz nach sechs Uhr morgens, als ich diese Zeilen tippen.
Was gibts sonst so neues bei mir? Nicht viel. Die Zeit... Die liebe liebe Zeit.
 
Würde "Wetten das?" noch boomen und es mir nicht als Schande ausgelegt werden würde, würd ich doch tatsächlich eine Teilnahme in Erwägung ziehen.
Finde die fünf Firmen in der Stadt, bei denen alle Mitarbeiter Überstunden machen, man bei einem "pünktlichen Feierabend" (Hallo??? Ich bin seit 5 Uhr morgens da und das war vor ganz genau 12 Stunden!") mit einem verstohlenen Blick auf
die Uhr schräg angesehen wird und bei denen man darin buhlt, seinen Jahresurlaub mittlerweile auf einen dreistelligen Bereich angesammelt zu haben.
Jippiehyeah, ich stehe ja auch Sammelfahrten. Mit den Weibchen gemeinsam in die Insolvenz, mit den Kollegen bitte eine Kaffeefahrt in den BurnOut.
Witz beiseite. Man sollte ja froh sein, in der heutigen Zeit, dass man Arbeit hat, dass es den Firmen gut geht und dass man gutes Geld verdient. Und wenns an nem zusätzlichen Wochenende ist, dann ist dies nun so.
Wenn aber aus dem Nachbarsbüro ein schriller Schrei mit einem Wortlaut ala "I brenn as!" ertönt, meine Damen und Herren, dann verzeiht es mir, dass ich fassungslos den Kopf schüttle und mir doch den ein oder anderen Gedanken über meine Berufswahl mache.
 
Aber wie schaffe ich es? Wie schaffe ich es, wieder heraus zu kommen? Heraus aus dem Arbeitssumpf, der mich ab einem bestimmten Pegel nicht mehr schlafen lässt? Wie schaffe ich es, mit den Gedanken rauszukommen aus einem Projekt, dass scheinbar komplett aus dem Ruder läuft? Dass uferlos erscheint? Einschnitt: Ich lackiere mir die Nägel. Eine Schicht Microzell Repair Dingens-Unterlack. Trocknen lassen. Eine Schicht Farblack. Trocknen lassen. Zweite Schicht Farblack. Trocknen lassen. Eine Schicht Sally Hansen Topcoat. Trocknen lassen.  Und drüber noch OPI Trip Trop DingsBums  Schnelltrocknungszeug. Und was mache ich nachts? Knibble mir im Schlaf den Lack von den Zeigefinger ab. Na, herzlichen Dank. Lackieren wir halt neu. Is ja gleich passiert! Eine Schicht Mikrozell-Unterlack blablabla. Also, wie rauskommen aus schlaflosen Nächten oder Nächten, in denen man scheinbar Quatsch macht?
 
Und es gibt da genau eine Möglichkeit. Einen Countdown. Wie lange noch? Wie oft muss ich noch schlafen? Wie oft die Augen schließen? Wie oft die Augen aufmachen?
Wie oft muss ich noch schlafen, dass ich DICH frühmorgens um 05:30 Uhr abholen darf? Dass ich an deinem Küchenfenster vorbeifahren kann, wo ich Mutti im schneeweißen Bademantel erblicke, die dich verabschiedet und herzlich drückt? Die kleine, glückliche Familie vom Land.
Wie oft muss ich noch schlafen, um mit dir eine Zugfahrt zu absolvieren? Wie oft noch schlafen, um an deiner Seite betrunken durch den Sicherheitscheck zu laufen? Wie oft muss ich noch schlafen, um mit dir mein gesamtes Monatseinkommen noch vor der eigentlichen Reise mit Duftwässerchen und NailPolish auf den Kopf zu hauen? Wie oft muss ich noch einschlafen, um mit dir gemeinsam einen Teil der Welt zu erkunden? Wie oft noch? Quäl mich und sag es!

Und so saß ich nach einer anstrengenden Eingewöhnungszeit in der neuen Firma um 10 Uhr vormittags da. Dachte an meine Arbeitskollegen. Was werden Sie wohl gerade tun? Ist noch Land in Sicht oder ist die Resignation bereits eingeschritten? Zereisst es sie grad in der Luft?
Und was mache ich? Was tu ich wohl? Während sie malochen und mit dem Mr. BurnOut Brotzeit machen? Was wohl? Ich sitze mit einem knappen neonpinken Bikinihöschen bei 35° im Schatten im Jakuzzi und sauf die zweite Pina Colada. Und fühle mich dabei wundervoll. Tja, that´s life!
 
Und so gingen wir heuer das zweite Mal auf Wanderschaft. Nach einer grandiosen, luxuriös anmutenden entspannenden Geburtstagswoche in Dubai im Hilton Hotel mit sanften Klängen der Hintergrundsmusik. Mit dem Wort SPA ist alles beschrieben. Entpannung, Luxus, Seele baumeln. Und dieses Mal? Diesen Mal machten wir uns auf nach Afrika. Ins laute, bunte Afrika. Ins lebensfreudige Afrika. Auf nach Boa Vista. Auf nach Boa Vista, Baby.
Auf in den Pauschaltourismus.
 
Wir kommen in München an, ich seh die Lackierung des Fliegers, ich seh die Leute in Treckingsandalen mit strahlend weißen Tennissocken. Hurra. Da sind sie: die Pauschaltouristen.
Die Gedanken schweifen mit beächtlichen Tempo durch meine Gehirnwindungen. Es schießt mir in den Kopf: Ja, vermutlich. Es muss so sein.... Sie werden klatschen.
Scheiße, gibts was schlimmeres als klatschende Touris bei der Landung eines Flugzeuges??? Nein, da können ich und mein lautes Mundwerk sich nicht mehr halten und machen unseren Unmut klar und deutlich sichtbar.
 
Wir schweben also über den kapverdischen Inseln ein, untermalt mit einem der dümmsten Kommentare des Jahres 2013 von der blitzgescheiten Sitznachbarin, die sich nachdem sie sich unsere Gala  auch noch die Cosmopolitan unter den Nagel gerissen hat.
"Oh, seht mal. Windkraft wird hier also auch staatlich gefördert!" Ach du Schande....
 
Wir kommen im Flughafen an, schnappen uns die Koffer und werden von einer leicht untersetzten käseweißen Frau mit zerzausten roten Gestrüpp aufm Kopf empfangen. "Hallo, mein Name ist Bianca und ich werde ihre Reisebegleitung sein!"
Ach du Schande.... Was hab ich gebucht? Herr im Himmel.... Eine Reiseleitung! War die Buchung im Eifer des Gefechts doch etwas zu kurz überlegt? Wo sind wir hier überhaupt? Was spricht man hier für eine Sprache? Hätten wir Geld wechseln müssen? Wer bin ich? Wie ist mein Name? Hätte ich mich impfen lassen sollen? War es nicht sowieso zu riskant, auf die notwendige Trombosespritze zu verzichten? Malaria? Tuberkolose? Heiliges Kanonenrohr Prost Mahlzeit! Sehr gut informiert. Wer bin ich? Hey dear, what´s wrong with us? Aber hey, was solls? Wir sind jung, spontan und abenteuerlustig. Crazy verrückt und sowieso.... 
....und sitzen in einem Tui-Reisebus mit 28 anderen Muttis in feschen weißen Caprihosen (wahlweise auch gerne 7/8) und bunt karierten Tunikas, die angesichts unseres Beautyköfferchens in ein Langzeitkoma mit halbseitiger Körperspastik gefallen sind.
 
"Ach du heiliges Kanonenrohr. Mütterchen hilf! Hoffentlich müss ma etz net noch ewig mit diesem scheiß Bus in der Pampa rumkurven. Hast du ne Ahnung?" "Nä! Ich dachte, du hast dich informiert?" "Nä!"
"Ich bin ihre Reiseleitung Bianca! Sie werden in 3 Minuten ihr Strandhotel erreichen!" "Wat? Wat is das denn? In ner halben Stunde Bikini. Isch werd verrückt! Wie toll ist das denn?".

Wir wurden begrüsst mit dem Slogan des Landes "No stress! Hakuna Matata!" Und den schönsten Männern dieser Welt. Und wenn ich schönste Männer der Welt meine, ja dann meine ich auch die Schönsten. Kein Gramm Fett und doch muskulös. Gesichter gemeiselt wie aus Stein. Granit. Wohl auch die Hinterbacken in diesem edlen Gestein. Ästhetisch.
 
Also, angekommen. Rein in den pinken Bikini. Rein ins Meer. Gelbe Flacke. Pah, kein Problem. Bin wagemutiges Mädchen. Fahre ja schließlich auch jegliche Vorbereitungen und Informationen in ein fremdes Land. Was will mir da so ne kleine Welle? Sagte sie, sprang lächelnd mit Hurra mit schwarzen widerspenstigen wilden Locken und pinken Bikini rein in die Flut. Kam schnaufend mit Angst geweiteten Augen, schneeweißen Haaren wieder raus. Nackt.
Meine Damen und Herren. Ich habe den Tod ins Auge geblickt. Unter der Wasseroberfläche gegen den Meeresboden geknallt zu werden. Und es wird schwarz. Herzlichen Glückwunsch, jetzt bist du hin, liebe Uschi. Hinüber. Das war´s! Du wolltest noch so viel erleben in deinen jungen Jahren. Jetzt biste hinüber. Ertrunken. Auf Boa Vista, Baby. Und sie werden dich nackt mit einer Bikinihose zwischen den Kniekehlen herausfischen wie einen Thunfisch. Und du wusstest noch nicht mal die Sprache und Währung dieses Landes.
Und das letzte Bild, dass mein Weibchen von mir hatte, ist ein kleiner Gnom, der kreischend mit nackten käseweißen Hupen zwischen zwei Wellen um Hilfe gekreischt hat. Nichts mit Schneewitchen-Look im Sarg mit Porzellainteint und 50er-Jahre Catwing-Lidstrich im Glassarg.
 
So dackle ich auf wackligen Füßen zur Pooldusche und versuche mir den schneeweißen Sand aus den Haaren zu waschen und werde gleich tatkräftig von mehreren Beachboys unterstützt. Um Gottes Willen, das arme Mädchen. "Where is your Boyfriend? Warum hat er dich nicht beschützt?" Ich werde von starken Händen gegen die kühlen Poolkacheln gedrückt. (Nackt bin ich ja bereits) und mir werden lustvolle Wörter ins Ohr geflüstet. "Boyfriend? Welcher Boyfriend, my dear!"
Was auch in der Realität soviel heißt wie "Scheiße. Wo ist Paul Mitchell, wenn man ihn einmal braucht??? Ich brauche ein Awapuhi Wild Ginger Intensive Treatment. Und zwar jetzt augenblicklich und sofort!"
Ich ziehe mir die Bux wieder an Ort und Stelle, gehe lassiv zu meiner Liege und merke beim Schwingen meines ausladenenden Hinterteils ungewöhnliche Vorgänge. Was ist in meiner Bux? Hab ich mir vor Angst doch wohl nicht ins Höschen geschissen? Nä, geht nicht. Ausgeschlossen. Hatte ja keines mehr an.
Und so hatte ich eine Wurscht aus Sand in meiner Bux und kein dazu gehöriges Loch.
 
Meine Damen und Herren, fragt nicht, wo der Sand sonst noch überall war. Heute drei Monate später knirscht das Wattestäbchen im Gehörapperat noch immer.
 
Auch die Badehose muss bei der wilden Todesfahrt einen Schaden genommen haben. "Also, des Glump vom H&M is a nimmer des, was es mal war. Immer weiter wird de blöde Bux!" Sagte sie, und die Bux verabschiedete sich beim Einstieg ins Wasserloch und schmiegte sich sanft um die Archilisferse. Dem Herren sei Dank war neben dem Einstieg des Wasserloches ein kleiner Busch gepflanzt, hinter dem man sich mit einem gewagten Sprung (mit nacktem Arsch) tadellos verstecken konnte. Lieber Herr im Himmel, das nächste Mal könntest du nur bittesehr darauf achten, hinter den Versteckbusch keine vollbesetzte Poolbar zu platzieren. Danke!
 
Und so wurden wir innerhalb einer Woche zu Pauschaltouristen, die morgens bereits sehnsüchtige warteten, dass die Pforten der Poolbar geöffnet wurden. Die bereits vormittags der Mittagszeit entgegenfieberten. Mittagszeit ist gleichgesetzt mit Wassergymnastikzeit. Und Wassergymnastikzeit bedeutet jede Menge perfekt gebauter Animateure, die mit nackten gestählten Oberkörper in der Sonne um die Wette glitzerten. Und so lagen sie auf einer Liege im Pool (Leute, das ist ein Schmankerl) mit einer eiskalten Pina Colada und wippten mit den Zehen im Takt der Wassergmynastik-Musik. Sie wurden von anderen Badegästen mit Sangria bedient. "Hase, der Sangria schmeckt irgendwie wie Glühwein" wurde untermalt von einem wild kreischenden Engländer "IT`S LIKE CHRISTMAS! IT`S LIKE PARADISE!"
 
Und so ging eine Woche herrlicher Entspannung, viel Gekichere, viel Heiterkeit und Trubel zu Ende und ich würde jederzeit wieder hinreisen: Nach BoaVista, Baby, unserer Insel der Lebensfreude! Nach BoaVista, unserer Insel des Lächelns.

Eure 
Uschi
 
 

Samstag, 2. November 2013

Werde ich Prinzessin oder doch lieber Feuerwehrmann?

Auch anders ausgedrückt: Luxusgöre oder Sparfuchs?
Ja, ich gebe offen und ehrlich zu: mein Verhalten gegenüber
Konsum und Gütern ist das ein oder andere Mal nicht immer 100%-ig nachvollziehbar. Und das kann ich keinem verübeln . Wie auch, wenn ich mich selbst oft frage, ob ich den Schuss nicht gehört habe. Den Schuss des Pfleitegeiers.
Greife ich bei dem ein oder anderen, ohne auch nur den leistesten
Hauch einer vernüftigen Überlegung, zu einem völlig überteuerten, unsinnigen
Luxusgut, setze ich im nächsten Moment bei einer sinnvollen Investition mein Leben im Discounter
beim Kampf um die letzte Matraze aufs Spiel. Wer braucht schon einen funktionierenden
Rücken, wenn man glänzendes Haar und Glow auf den Wangen hat?
Zu meiner Entschuldigung muss ich jedoch eins vorbringen:
Wer kann nein zu einer Uhr mit einem Kolibri sagen? Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.
Die 25te Uhr in diesem Jahr? Oh ja, gerne. Ich nehm die güldene! Ja, ganz genau die, die so schön funkelt.
Den neuen 3er BMW? Bitte in glänzenden Lakritzschwarz. Ausstattung? Luxury, Sport oder Modern Line?
Come on... Diletantische Frage, my dear. Kuck mal,wie die Chromleisten blitzen! Ich werd verrückt. Ich kann mir den Lipstick an meinen Leisten nachziehen. Scheiße, wie geil ist das denn bitte!!!! MakeUp-Leuchte? 80€? Ist das includiert?
Und wenn du schon dabei bist. 320d??? Come on...
Nebenbei erwähnt: Es geht hier nicht ums wollen, sondern ums brauchen. Das Leben ist kein Wunschkonzert, kein Ponyhof.
Ich brauche die 3-Liter Version (für Unwissende: schnelles Auto, viel Benzin, brumm brumm), um schnell
vom schönen Bayern ins schöne Frankfurt zu brausen, um mich hier mit 300 Millionen anderer jogginghosentragender
Mitbürger um Tshirts für 3 € in den Todeskampf zu stürzen.

Und schon setzt der Verstand aus. Verzogene Basicshirts für 3 Euro, Plastikblusen für 8,95€. Jippieehyeah, ich bin
dabei. Himmelhoch jauchzend. Das lass ich mir nicht zweimal sagen. Zum Schluss wird an der Kasse noch für läppische 7 € ein Türstopper in Form eines hässlichen
Hundes mitgenommen, der spontan in einer theatralisch untermalten Feuertaufe den Namen Paul erhält.
Man stelle sich nur vor, wie man bisher ohne einen hündischen Türstopper bis ins technisch fortgeschrittene Jahr 2013 geschafft hat. Ein fassungsloses Kopfschütteln lässt sich hier nicht vermeiden.
Und für den Schnäppchen-Knüllerpreis von 7 €. Man stelle sich nur mal vor, was so eine hundeförmiger, überlebensnotwendiger Türstopper bei Versace oder gar Armani gekostet hätte....
Nicht auszudenken. Aber 40€ für einen vernünftigen Basicpulli? Come on.... Lebensmüde oder was?
Da krieg ich bei Primark ja sieben, wenn nicht gar acht Exemplare.
Kommen wir zu Schuhen. Ballerinas. Wunderbare, samtig im weichen Licht schimmernde Nylons treffen auf feinstes Nappaleder.
Tja, fabelhafte Vorstellung. Der Alltag, die Realität, die Praxis ist dann aber wieder ein anderes Paar Schuhe. Im wahrsten Sinne des Wortes...
Was sich frühmorgens im Dunst der morgendlichen Nebelschwaden als fabelhafte Komposition darstellt, entwickelt sich bis in die frühen Abendstunde in eine Komposition ausgesprochen
 interessant anmutenden Nuancen. Man munkelt, dass diese in Fachkreisen auch Käsestelzen genannt werden. Mhhhmmm ja, da zieht man doch bei der Physiotherapie am Abend gerne die Schuhe aus.
Prost Mahlzeit. Und vorbei ist sie, die Show, der ach so feinen Dame, die eine Handtasche im Wert eines Kleinwagens am Handgelenk baumeln hat und sich davor die Lippen mit Bobbies bester Nuance des Jahrhunderts nachgezogen hat. Und ihren kaputten Rücken von der Discounter-Matraze wieder in Ordnung bringen lässt.
Und so werden vollig unnötige sündhaft teuere, absolut sinnlose Uhren, Ringe, Schischi dieser Welt gekauft, um die Hälfte des Jahres in ausgelatschten 10€-Schpringerl durch die Welt zu flanieren.
Wer braucht schon Füße?
Aber was das fürchterlich schöne ist, dass mir gottseidank trotz Luxus, Kaschmirschal und Rosenwässerchen von Cloé geblieben ist: die Freude an kleinen Dingen.
Und so kauft man sich im Rossmann eine Kaffeetasse mit Pünktchen, Schleifchen, Herzerl und einem grau-weiß karierten Bambi und schlägt damit freudestrahlend  morgens um halb sechs im Büro auf. "Guten Morgen, meine Hübschen. Seid ihr schon fleißig? Wie weit sind wir den mit den Schemen für Projekt XY? Bla bla bla. Ach übrigends: Ich habe eine neue Kaffeetasse. Ihr werdet es nicht glauben!! Rattet was oben ist. Ach, kommt schon. Raten!!! Es ist ein Reh drauf. Ein Rehlein. Eine Bambiiiiiiiiiiitaaaaaaaaaaaasssseee! Wuuuuuhhuuuuuu!"

Man trägt Bikerboots, die den kräftigen Kerlen dubioser Bikerclubs den Neid und die damit einhergehende Schamesröte ins Gesicht treiben würden. Zu derben Boots trägt man feenhafte Chiffonkleidchen, zarte Federnohrringe und brüllt quer durchs Büro, welcher gottverdammte Diletant die Bambitasse für seine beschissenen drecksverreckten Kaffee benutzt hat.
Kleinlaut schleicht ein Kerl, der mein Vater sein könnte, mit schuldhaften Blick und einer Bambitasse mit rosa-karierten Schleifchen in der Hand um die Ecke.
Und so, meine Damen und Herren, hat man sich seinen Namen gemacht. Nein, nicht mit einer Rolex, nein, nicht mit einem lackritzschwarzen glänzenden 6er Gran Coupe, auch nicht mit einer LV-Tasche, sondern mit einer Tasse mit Rehlein von Rossmann für 2,49€.
"Warum schreit die Frau so?" Und es schleicht der Lehrling im Tempo einer hochträchtigen Weinbergschnecke um die Ecke. "Weil sie es kann. Sie hat die Bambitasse! Sie ist eine Prinzessin!" (Sie ist in diesem Fall zufälligerweise ich.)

Eure
 Uschi

Sonntag, 20. Oktober 2013

Der Jahresrückblick einer Uschi und die Frage nach der wahren Liebe



Der etwas andere Jahresrückblick….
Ja, was brachte das Jahr 2013? Wir schauen zurück. Ja. Jetzt. Am 20. Oktober.
Und nicht am 25. Dezember. Am 25. Dezember sitze ich nämlich unter meinem Weihnachtsbaum.
Oder auch bei Familie und Verwandtschaft und versuche meine zarte Seele mit viel Glühwein, ja,
viel Alkohol zu betäuben­­­­.
Und die Gedanke kreisen um eine Reise in die Sonne. Merry Christmas, my dear. Nicht diese
blöden Enten und Gänse, nein, ich sollte irgendwo auf diesen Planten auf einer Teakholzliege
schmoren. 

Und Hollaridi, Glückwunsch. Frl. Uschi, sie schweifen ab. Sie schweifen ab vom eigentlichen Thema. Was ist 2013 passiert? Wie war das Jahr 2013? Erfolgreich? Glückselig? Nun ja. Sagen wir es so: gemischt. Ich hätte allen Grund darauf, stolz auf die Leistungen zu sein, die ich geschafft habe und das ich eigentlich in eine sorgenfreie, ja ich möchte fast sagen, glückselige Zukunft blicken kann.
Das Studium ist gewuppt, die Bachelorurkunde in meinen Händen, die mir bescheinigt, nun offiziell den Titel des Ingenieurs tragen darf. Und der Erkenntnis, dass es nicht ausgeschlossen ist, mit Blümchenjeans, einer PerlenSchiSchi-Statemente-Kette und den "Stiefeln, mit denen du jederzeit auf einen Bundeswehreinsatz abgerufen werden kannst" auf eine Baustellenabnahme zu fahren und den Jungs an anständigen Einlauf zu verpassen. "Was ist los mit der Frau? Immer hat sie gelacht und plötzlich hat sie gekreischt wie eine Furie?"
Persönliches? Was ist los im Jahre 2013? Beständigkeit? Vertrauen? Wertvolle Güter hegen und pflegen? Was gibt’s neues? Gibt’s was neues? Nicht im direkten Sinne. Aber neue Erkenntnisse, neue Einsichten bzgl. der weiteren Planung des Lebens.
Was ist Liebe? Ist Liebe selig und händchenhaltend springend auf einer bunten Blumenwiese? Wahlweise auch einfach grün-weiß gehaltene Gänseblümchen? Alternativ ein Kränzchen fürs spärliche Haupthaar aus besagten Blümchen für die Herren der Schöpfung. Kurzer Einwurf…
Meine Herren? Was ist los mit eurem Deckhaar? Wohin ist es entschwunden? Ist das die moderne Ernährung, dass man mit 28 dem Endstück einer Fleischwurst, wahlweise auch eines Lyoner-Ringes gleicht??? Schluss mit dummen Sprüchen über Orangenplantagen, Hagelschaden, Zellulose oder euren sonstigen abertollen Wörter am Mittagstisch.
Lieber eine Bindegewebsschwäche, die ich in tollen Jeans mit Used-Look, Denim, High Waist, Low Waist, Skinny oder was der Teufel verstecken (auch gerne in Blümchenleggins mit Rocker-Boots) kann, als einen frierenden, kalten säuglingsähnlichen Kopf mit Flaumansatz.
Zurück. Ist Liebe nun also einfaches SchmusiWusi, wie ich es gerne nenne. Wo fängt sie an? Wo hört sie auf? Wo fängt Vertrauen an? Wo greifen Vertrauen und Liebe inneinander? Ist Liebe gleichzusetzen mit Geld? Flins. Zaster. Moneten. Mäuse? Ist mein allseits angebrachter Spruch "Liebe vergeht. Tagwerk besteht" die Realität?
Und ich sage (klar und deutlich):JA! Denn beim besagten lieben Geld hört sich die Freundschaft auf. Und deshalb finde ich gibt es keinen größeren Liebesbeweis, als sein mühsam Angespartes seinen Partner, Familie, Freunden etc. anzuvertrauen.
Damit möchte ich mich nicht wie eine arrogante Zicke, pardon, geldgeile arrogante Zicke verhalten. Ich finanziere mir meinen Lebensunterhalt selbst. Seit meiner Lehrzeit. Ich möchte und bekomme auch keine teuren Geschenke von meinem Liebsten. 
Beim Restaurantbesuch zahl mal ich, das nächste mal zahlt er. Aber die Tatsache zu wissen, dass er mir jederzeit seinen ganzen Besitz anvertraut, meine Damen und Herren, DAS ist für mich ein Teilstück wertvoll erarbeites Vertrauen. Und leider Gottes messe ich Vertrauen in der heutigen Welt auch in irgendeiner Weise am Wohlstand.
Es gibt keine Geheimnise. Jeder weiß, was der andere hat und weiß dass er im Falle des Falles ohne großartiges Zögern bei Notfällen vom Anderen unterstützt wird. Und meine Damen und Herren, das ist für mich der krönende Abschluss von Liebe. 
Eine Beziehung auf der Basis der Liebe und Vertrauen - und das in allen Lebensbereichen. Ohne Ausnahmen. Auf allen Bereichen. Und beim Geld hört die Liebe nicht auf.
Und nun zurück.
Was ist nun Liebe? Ist Liebe tatsächlich selig und händchenhaltend springend auf einer bunten Blumenwiese? Es gibt zahlreiche Fragen, die uns das mit einem klaren Ja oder Nein beantworten.
Auf wenn kann ich mich verlassen? Wer steht zu mir? Wer steht bei mir? Wer steht bei Sonnenschein bei mir? Wer steht bei Kälte bei mir? Wer steht bei Regen bei mir? Und wer steht bei Regen, Schnee, Sturm, Blitz und Donner bei mir?
Wer lässt mich nicht alleine im Regen stehen? Wer kommt raus, legt mir einen gelben Regenmantel, grüne Hunter-Gummizwischpen (Notiz: Haben, Haben, Haben!!!) an, nimmt mich an der Hand und bringt mich wieder rein ins Trockene? Wer packt mich nach einer heißen Dusche warm ein, macht mir einen Tee und ist da? Ist einfach da!

Und damit wären wir beim Thema. Wie heißts so schön? Wie in guten, so auch in schlechten Zeiten. Eine Beziehung bei Sonnenschein ist schön. Schön einfach. Beständigkeit zahlt sich im herbstlichen Regenerguß aus. Was also machen, wenn man alleine im Regen zurück gelassen wird?
Weinen, heulen, schreien? Aufstampfen mit den Beinchen? Was bringts? Außer schlechte Laune? Nein, meine Damen und Herren. Das lass ich nicht zu. Es heißt, das Schicksal auszutricksen. Zähne zeigen. Dem Schicksal Zähne zeigen, ein Schnippchen schlagen.

Wie kann ich dem Schicksal die Zähne zeigen. Wut. Tränen. Hass. Vorwürfe. Ja, eine Möglichkeit.
Was bringts aber unterm Strich? Ganz egoistisch gedacht: Was bringt es mir, jemanden anderen,
Vorwürfe zu machen? Außer Frust, Intolleranz und die ersten grauen Haare?
Also, wie gehe ich um mit jemanden, der mich ohne einen buntgetupften Schirm im Regen stehen
Lässt? Der einen trockenen Platz mir vorzieht?

Und das einzige, was mir dazu einfällt, ist ein Wort, dass mir beim Gedanken an diese Gedanken immer wieder in den Kopf schießt und ich werde auch nicht müde, es immer wieder zu wiederholen.
Kurz und prägnant. Knackig, sprizige Wahrheit. Es schießt mir in die Gehirnwindungen: Versager. Taugenichts. Nichtsnutz. Parasit. 
Einnisten, verseuchen und die Kurve kratzen. Ähnlich vergleichbar mit einer Malariafliege. (Ok ok,
, Parasit ist vielleicht etwas grenzwertig und schon äußerst böse, aber das einnisten und verseuchen
passt vom Stilmittel meiner Meinung nach einfach fabelhaft)
Was ist los mit den Männern dieser Welt? Entweder lassen sie sich bis sie 30 sind als faule
Taugenichts-Studenten den Arsch von Mutti pudern, vernaschen und verarschen Mädls am laufenden Band oder haben wie bereits erwähnt akuten Deckhaarverlust.
Und wenn es brenzlich wird. "Oh oh…. Gefahr. Uuuuiiiii…. Nichts wie weg hier!" Sagten sie,
packten ihre drei Tshirts und drei Lastwagen voll elektronisches Equipment
(vorzugweise Technik mit Display zum Verblödeln der restlichen sparsamen Gehirnzellen)
und machen sich aus dem Staub. 

Wollen wir zuviel? Streben nach mehr? Sind wir alle Raupe Nimmersatt, die dick und fett auf
der Mauer sitzt und immer mehr Blätter verschlingen will? Bienchen, Bienchen, bring mir
Honig? 
Verlangen wir zuviel? Sind wir nicht auch schuld mit dieser drecksverhurten (Entschuldigt die Wortwahl, aber meine Mutter hat mir gelehrt, die Wahrheit zu sagen. Und ich muss sie sagen, denn wenn nach Gerüchten zufolge Lügen kurze Beine kriegen,
na dann Prost Mahlzeit, dann kann ich mir ab sofort Shorts für den Winter kaufen) Emanzipation selbst schuld an dem Übel??? Haben wir den Karren selbst in den Dreck gezogen? Ich würde ja teilweise fast behaupten: ja!

Und nun? Ganz einfach. Ufpasse! Wir haben den Karren selbst reingezogen. Wer sagt also, dass
 wir ihn nicht auch wieder selbst rausziehen können? Ja, ich möchte sogar so weit gehen, und
behaupten: wir müssen sogar.
Denn wenn auf wem Verlass ist, dann auf einen Selbst. Und so packen wir die letzten Reserven
, lassen Regen, Sturm, Verräter, Hagel, Gewitter und Versager im Matsch stehen
Und wer sagt, dass man so einen Karren nicht mit High Heels und einem pinken Mini-Glitter-
Zylinder (schief auf dem Kopf aufgesetzt) und dem untermalenden so geliebten dreckigen Lachen der versammelten Weibchenschaft ziehen kann.
Wer sagt, dass die Weibchenschaft nicht mal kurz mitanpackt? Der Bernhardiner mit dem
Rumfass? Die Katzen? Alle helfen mit. 
Und der Karren wird mit vereinten Kräften aus dem Dreck gezogen. Und wir sagen JA!
Wir sagen JA zum Fest der Liebe!
Wir sagen JA zu neuen Herausforderungen!
Wir sagen JA zum neuen Tatendrang!
Wir sagen JA zum Primark-Ausflug nächstes Wochenende!
Wir sagen JA zum fabelhaftesten Jahr der Jahre: 2014! Wir begrüßen Dich!

Ich sage JA! Ich sage JA zu meinem Stern mit all seinen Ecken und Kanten, die ihn
einzigartig und unverwechselbar machen, ich sage JA zu einem neuen Lebensabschnitt,
ich sage JA zu einem neuen Zuhause! Und ich sage JA zum Leben! Und ich sage JA, zu
meinen Weibchen! Ich nehm euch mit auf die Reise in ein großartiges Jahr voller Lebensfreude!

Ich sage JA zu den Fußspuren, die ihr in meinem Herzen hinterlässt, den ich liebe sie.

Eure Uschi

Sonntag, 30. Juni 2013

Wie entsteht ein Regenbogen?



Guten Tag meine Damen und Herren,

Schande über mich, neudeutsch: Shame on me…
Was los mit der ollen Zippe? Ständige Vertröstung, ständiges Palabern und dann kommt doch wieder nichts.
Wie geht’s weiter in Uschis bunter Welt? Per Zufall bin ich in den Sphären  meines Smartphons mit meinen kleinen Wurschtfingerl auf ein Lesezeichen gerutscht, dass mich auf die Startseite meines Blogs führte.
Ja, schlimm genug, dass mich ein versehentlicher Fingerzeig darauf aufmerksam machen muss, dass da noch ein kleines, vereinsamtes rosarotes Seitchen von mir im Web kursiert und traurig ohne Beachtung seine Umlaufbahn am Rande des Universums zieht.

Und was sehen meinen kleinen Äuglein auf dem ersten Blick: den vorletzten Blogeintrag „Grandma, I´m in love with you!“.
Die Augen füllen sich… Sie ist endlich angekommen. Sie durfte gehen….Über den Regenbogen hinweg in eine bessere Welt. In eine Welt mit Wildblumenwiese, Sonnenschein und einem schmerzfreien Leben.

Und so sehr ich ihr es seit Jahren gewünscht habe, dass sie erlöst wird vom Schmerz und Leid, so schlimm was es wider rum ihre Hand loszulassen und sie endgültig gehen zu lassen. Eine schlimme Woche brach an mit stundenlangen Krankenbesuche und einem schrecklichen Warten auf das Ende. Ich nutzte die letzten Tage und die frühen, ruhigen Morgenstunden im Krankenhaus, hielt ihre kleine zittrige Hand und nahm Abschied von einer der besten Großmütter der Welt.

Keine gewöhnliche Großmutter, nein, eine Oma mit dem Kopf eines Esels, der die gesamte Familie und Menschheit an der Nase herumführe und sich darüber noch köstlich amüsieren konnte.
Ich kenne keine andere Frau, die die mühsam geernteten Bohnen von ihrem geliebten Mann wegschmiss und ihm heimlich eine Büchse aufmachte und ihm köstliche Bonduell-Böhnchen in einem Butterschwank servierte. Ich kenne keine andere Frau, die die Kartoffelreibe dafür benutzt, eine halbe Kartoffel damit zu reiben, nur damit das Reibeisen demonstrativ dreckig und benutzt im Spülbecken lag und ihr ganzer Elan darin lag, die Verpackung des Netto-Markendiscounts-Knödelteiges zu verstecken.

Auch kenne ich keine Frau, die 66 Jahre ihres Lebens damit verbrachte, heimlich zu rauchen wie ein Schlott in einem Atomkraftwerk. Sobald der geliebte Ehemann ums Eck kam, wurde die Zigarette gekonnt ihn einer ihrer ständig getragenen gelben ärmellosen Jacke versteckt. „Ähhhmmm, Oma, es qualmt aus deiner Jacke!“ Und schwupps, huschte abermals ein gelber, leicht rauchender Blitz im Augenwinkel von dannen.

Ja, so halte ich sie in Erinnerung. Als freche, kecke Lady, die ihre Zeit lieber den wichtigen Dingen des Lebens widmete. Pinker Lippenstift auf Lippe und Zahn, noch eine Pille gegen Falten und Runzeln eingeworfen, rauf aufs weiße Miniradl mit den Pumps und abgebraust zum Friseur. Waschen und legen, bitte. Sie brauste los und alles was von ihr blieb, war eine dezente Duftnote „Vanderbilt“. (Ja, der Duft mit dem Schwan)
Und als sie wiederkam mit walle-walle-Dauerwelle servierte sie ihrem Mann ihr selbstgemachtes Mittagessen mit Gemüse aus dem Garten und widmete ihren Enkel viel Zeit und viel Hubbla Bublera mit Colageschmack.

Und das bleibt mein Bild von ihr. Mit aufgedrehten Haaren fährt sie lachelnd mit pinken Lippenstift und Pumps nun über den Regenbogen und kann endlich nun all das wieder tun, was sie gerne mag. Springen, laufen, lachen und von oben herab ihre kleinen Enkel beschützen und die Fäden spinnen, damit alles wieder ins Lot kommt.

Und so schrecklich diese Woche war, hat es mir auch gezeigt, dass ich wohl doch noch ein kleines Mädchen bin und nicht die taffe, starke Frau bin, die ich gerne wäre.
Ich war wieder das kleine Mädchen, dass mit blonden Pippilangstrumpfzöpfen und Kringelsocken zur Oma runtersauste, um ihr freudestrahlend den neuen Holzhund Waldi vorzuführen und diese vor Begeisterung völlig aus dem Häuschen war und mich mit Extraportionen Schleckereien belohnte.

Eure 
Uschi

Samstag, 29. Dezember 2012

Mit Motivation ins neue Jahr?

Guten Abend meine liebe treue Leserschar,

ja, lange lange ist es her, dass meine kleinen Finger über die Tastatur sausen und mir ein dabei ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Vorbei die tägliche Freude an netten Kommentaren, liebevollen Worten. Kommentare von treuen Leserinnen der ersten Stunde, meine lieben Weibchen, der lieben Frau Förster mit der Glückstaube auf dem Arm. Warmherzige Hilferufe vom anderen Ende der Welt. Ein herzliches Hallo an dieser Stelle an meine australische Leserin. Herzlich Willkommen im wirren Gedankenfluss.

Ja, um es kurz zu halten. Ich habe wenig Zeit. Meine Brötchen müssen verdient werden. Ich arbeite wieder Vollzeit.
Sprich, es fing mit einem Pflichtpraktikum in der Firma meiner Ausbildungsstätte und Wirkungsstätte als Programmiererin. Dreckige Maschinenluft schnuppern, Betriebsklima erleben, Freundschaften aufleben lassen und auch neue Freundschaften knüpfen. Was ging es mir ab...
Rumpiges Klima, gepaart mit schmutzigen Witzen. Der Spagat zwischen Luder, das dreckig mitlacht und Sekunden später der Chefetage fröhlich lächelnd Kaffee serviert.
Ja, ich arbeite wieder. Zwar wieder viel, aber jetzt sehr gerne. Mir wird klar, wo ich hinwill. Und zwar nur in eine Richtung. Hoch hinaus. Ich habe in den letzten Jahren einen Ehrgeiz entwickelt, dass ich auch ohne große genielastige Geistesblitze, nur mit Engagement und Fleiß die letzten Meter eines technischen Studienganges hinlege.

Ich.... Ich, die an sich nichts auf dem Kasten hat. Einfach mal nett lächeln und Kuchen mit viel Puderzucker servieren. Ich... die aus der Chaos-Familie, bei denen an Weihnachten eine Stimmung herrscht wie auf dem Oktoberfest. Ich... Die nur Unfug im Kopf hat...
Hätte man mich nach meiner Ausbildung gefragt, ob ich ein Studium schaffe, hätte ich wohl damit geantwortet, dass mir die Kraft dazu fehlen wird.

Aber gerade durch den Zuspruch, das Lob in beruflichen Dingen, wird mir wieder klar, auf was es doch eigentlich im Leben ankommt.
Rückgrat. Über den Dingen stehen. Auch als Frau den Mann stehen. Und sich denoch nicht schämen zu müssen, wenn man sich auch nur einfach mal eine Zeit lang nur anlehnt. Anlehnt an die starke Schulter. Zeiten erfordern unterschiedliches Handeln. Wer kennt es nicht? Das Gefühl, ausgelaugt zu sein. Das Gefühl, dass man sich nur noch die Decke über den Kopf zieht, sich einrollt, das Kinn auf die Brust legt und heult wie ein Säugling.
Aber, meine Damen und Herren, ich könnte euch jetzt was über regenerative Energiequellen und den Unterschied zwischen Reserven und Resourcen erklären, aber das juckt doch sowieso keinen von euch.

Also gehts nun um körperliche Reserven und Resourcen. Tief in einem stecken sie. Ja, ganz gewiss. Und gerade in der täglichen Arbeitswelt wurden sie mir wieder bewusst. Nach einem langen Arbeitstag mit 14 Stunden sitzen ausgewachsene Mannsbilder verkehrt herum auf dem Bürostuhl, die Kravatte baumelt nur noch um den Hals und sie drehen sich mit einem Kuchenstück in der Hand mampfend auf dem Drehstuhl um die eigenen Achse und jammern dabei. Ja, und dazwischen surrt ein kleines Pummelchen herum, baut das Buffett ab, lädt Getränkekisten ins Auto, schiebt die jammernden Kerle mit ihrem Stühlchen aus dem Weg und lächelt, weil sie es niedlich findet, wenn ihre Kollegen nur noch "Rakete" zu ihr sagen.

Und darum geht es. Die Füße tun weh? Man kann nicht mehr? Man ist fix und fertig? Ach, quatsch....
Rücken durch, kurz die Backen aufpusten, Ärmel hinterkrempeln und auf gehts.
Reserven mobilisieren, anpacken. Und wie es diese auf dem körperlichen Pfaden gibt, gibts die auch auf dem geistigen und zwischenmenschlichen Pfaden.

Wie sehr kann mich mein Liebster provozieren... Meine Herren... Mit 38 verschiedenen Geräten, die kreisrund mit 2976 verschiendenen Kabeln an den Fernseher angeschlossen sind und es unmöglich machen, mal kurz "Die Schöne und das Biest" anzukucken.
Ich könnte ihn erwürgen... Mit bloßen Händen... Und wieder wird mir eines klar: Geduld ist jetzt nicht unbedingt meine Paradediziplin...
Aber dann gehts wieder von vorne los. Durchatmen... Gedanken, an das was Wichtig ist. Das was zählt. Was man nicht missen möchte. Was einem Kraft gibt. Und der Gedanke, dass diese Kraft vielleicht sich sogar aus dem starken Magnetfeld aus dem dicken Kabelknäul hinter dem Fernseher, entwickelt hat, ist doch gar nicht mal so absurd...

Geduld? Nicht meine Paradediziplin? Nein? Warum muss ich dann gerade jetzt lächeln, wenn ich daran denke, dass ich schimpfend wie ein Rohrspatz androhe, sämtliche elektronischen Geräte über das Balkongeländer zu werfen? Dass der Gegenpart mir nur schmunzelnd und lächelnd mit "Ach Uschi, du bist doch meine Goasy! Du bist doch hier der Inscheniör!" das Köpfchen tätschelt?

Und nun schließt sich mein Kreis wieder. Gerade unsere kleinen Fehler binden uns aneinander. Die Kerben auf dem alten Küchentisch machen ihn zu dem was er ist. Kerben, die von Erinnerungen und Erlebnissen sprechen. Erinnerungen, die uns keiner nehmen kann. Kleine Giftzwerge, die störrisch aufstampfen, weil sie jetzt sofort ein Leberwurschtbrot wollen. Der in Nebel versunkene Gipfel des Vulkans von Bali im Sonnenuntergang. Warmer Sand zwischen den Zehen. Zusammengerollte Tennissockerl unterm Bett.
Und schon wieder zaubert er mir ein Lächeln auf die rosé gefärbten Lippen.

Neues Jahr - neues Glück. Greifen wirs an! Auf gehts, geh ma! Pack mas! Mach mas einfach besser! Mit Fleiß, Engament und Elan. Backen zusammenkneifen. Lernen wir aus Fehlern - lernen wir uns lieben. Lieben, wie wir sind. Mit unverkennbaren Ecken und Kanten.


Eure 
Uschi

Dienstag, 2. Oktober 2012

Grandma, I´m in love with you!


Guten Tag meine Damen und Herren,

herzlich willkommen in der tristen, stillen  und so gar nicht mehr bunten Uschi-Welt.
Was ist bloß los mit Uschi? Wo sind die strassbesetzten GlitterFlitter-Pumps? Wo bleiben ihre sinnlosen Geschichten mit ihren BlaBla ums tägliche Leben?
Wird ihre lächerliche, oberflächliche Sucht nach buntem Glitter, SchiSchi und Lipstick weiterhin befriedigt? Und die wichtigste Frage überhaupt:
Gibt es den Nikolaus tatsächlich und wird er uns mit russgeschwärzten Gsichterl einen Tiffany Ring unter den Weihnachtsbaum legen?

Kurz gesagt: ich habe keine Zeit. Ich bin schließlich nun Praktikantin. Faktum: Die Zeiten des lockerlässigen Studentenlebens sind vorbei.
Wobei, wenn ich es so recht bedenke hatte ich aufgrund meiner fehlenden Grundinteligenz noch nie ein lockerläsiges Studenten-Sandl-Leben. (Herzlichen Dank an dieser Stelle an das vererbte Genmaterial einer Hausfrau, deren einziger Sinn darin besteht pünktlich um 14 Uhr bei „Sturm der Liebe“ ihrem übergewichtigen Kater eine Leberwurststulle zu servieren.)

Und so marschiere ich zwischen 5 und 6 Uhr morgens an meinem Arbeitsplatz, lese meine Emails, schlage die Hände über den Kopf zusammen,
ziehe meine 7-Meilen-Stiefel an, laufe los, erledige Botengänge, treibe immer schön brav lächelnd meine gackernde Hühnerscharr zusammen und mach noch so nebenbei ein klein wenig
Ingenieurstätigkeiten. So gegen 17 Uhr tragen mich dann meine kleinen kurzen Beinchen zu meinem Automobil und ich brause zum nächsten Einsatzort, der da momentan mein Elternhaus ist.

Denn während Muttl und Vattl sich genüsslich drei Wochen auf den Kanaren mit halbnackten Körpern im Sand pflätzen und die Gunst der Stunde nutzen, um eine brandneue Sequenz der Strandung
Moby Dicks in zweifacher Ausführung (in Stereo sozusagen) abzudrehen, macht Uschi im Elternhaus den Haus-und Hofclown.
Was nichts anders heißt als den 8kg-„Spitzbub“ alias „Leberwurschtminzi“ und 2 höchstgradig verwirrte Senioren zu betreuen. Woche 3 des Programms ist angebrochen und von den „Wir hatten ja nichts – 3 Kartoffelnl im Stahlhelm… und davon waren 2 noch kaputt!“ sind wir nun auf einen kurzen Umweg der Geschichte von Hauptmann Strizel bei „Wir hatten ja nichts – kein Auto. Nur nen Panzerspähwagen“ angekommen.
„Attentione. Aufmerksamkeit. Panzerspähwagen. Volume 398. Uuuuuuuund Aktion!“

Aber sie sind ja nicht nur lästig, die Großeltern. Wenn auch äußerst verpeilt, weltfremd und mit Darmproblemen behaftet, liebt man sie doch. Sie sind die Vorbilder der Kindheit. Der Großvater, von Beruf her Gärtnermeister und Mitarbeiterschreck wurde von jeher als fleißiges Bienchen angehimmelt und die Oma war immer bereit einen „Hubbla Bubblara“ springen zu lassen. 
Wirklich bewundernswert am  angehimmelten Opa ist zwar nicht das Phänomen, wenn er an der vollbesetzten Kaffeetafel mit einem kräftigen Donnerschlag seine scheinbar tadellos funktionierende Verdauung unter Beweis stellt, sondern die bedingungslose Liebe zwischen ihn und meiner Oma zu beobachten.

Ja, wer meine Großeltern beim alltäglichen Umgang miteinander sieht, der kann noch hoffen. Hoffen
auf die bedingungslose Liebe. Liebe, Vertrauen, Respekt.
„Jaja, und dann bin ich nach den Krieg nach Bayern. Wegen der Muttilein. Ja Mädchen, da kannst du mal sehen. Die Oma und ich sind nun 65 Jahre verheiratet. Gell, Muttilein! Und es ist noch wie am ersten Tag. Da kannst du mal sehen. Das muss man erstmal leisten.“

Die pflegebedürftige, kleine 45-kg-Oma sitzt nach einem Schlaganfall und langer Krankheit im Rollstuhl und ihr ewig schnatterndes Mundwerk ist verstummt. Ein Arm aufgestützt auf die Lehne des Rollstuhles. Kein Wort kommt über ihre Lippen. Keine Regung. Außer ein kleiner dürrer Zeigefinger, der sich beständig an den Kopf tippt oder die kleine Faust in seine Richtung erhebt und dabei erklingen leise, liebevolle gewisperte Kosenamen wie „Bock“, „Bulle“, „Jaja, ganz a Gscheider.“ „Trottel“ erwärmen mein Herz.

Ja, das ist sie: die wahre, große Liebe.

Eure 
Uschi
 
Und mein allergrößsten Dank geht heute an dieser Stelle an die heilige Jungfrau der Schrift für die grandiose Erfindung von Klorix Hygiene-Reiniger und Einweghandschuhen.



Montag, 3. September 2012

Strohwitwerin und warum man die Feste feiern sollte, wie sie fallen!

Guten Morgen meine Damen und Herren,

es ist Montag. Es ist das Ende des Wochenendes. Es ist das Ende der fabelhaften Zeit.
Es folgen 5 Arbeitstage in meinem Vollzeitbeschäftigungsverhältnisses, 5 Arbeitstage mit meinen
beiden Nebenjobtätigkeiten und zu guter Letzt die Vorbereitungsphase für den Männerurlaub.

Männerurlaub? Ja, das Tierchen versucht sich mit seiner Lieblings-Uschi zu duellieren.
Ankommen gegen die grandioseste Woche seit Christi Geburt?
Mithilfe eines verlängerten Wochenendes in Österreich. Biken, Rafting und Canonying.
Was bedeutet das für mich?

11.      Stelle den Jungs ein Fahrzeug zur Verfügung
22.       Bringe dieses Fahrzeug auf den neuesten Stand der Technik
33.       Bringe dieses Fahrzeug optisch ebenfalls auf den neuesten Stand
44.       Stelle fest, welche Wildschweine du immer an Bord hast: Welches Weibchen hat die hinteren Fußmatten verdreckt? Und welches Weibchen hat von der hinteren linken Türverkleidung ein Stück herausgerissen?
55.       Wasche sämtliche Wäsche für das Tierchen
66.       Stelle dem Tierchen einen Koffer. (Dialog letzte Woche: „Tierchen, ich kaufe mir nun einen gscheiten eigenen Koffer, nachdem ich nun 25 Jahre alt bin und nicht ständig zu Mutti fahren möchte, um mir einen Koffer zu leihen!“ Antwort: „Koffer? Brauch ich nicht!“. Dialog diese Woche: „Uschi, kann ich einen Koffer haben?“
77.       Sorge dafür, dass alle Patientenverfügungen etc. geklärt sind
88.       Sorge dafür, dass die Lebensversicherung auf Uschi überschrieben wird
99.       Sorge dafür, dass bei Ankunft des Tierchens der Erste-Hilfe-Koffer auf den aktuellsten Stand ist
110.   Belege einen Erste-Hilfe-Kurs für großflächige Kopfverletzungen
111.   Kaufe einen Spezialhelm für das Tierchen
112.   Besorge dir ein elegantes Etuikleid, passende Lackpumps (ja bitte gern: die mit der roten Sohle) und eine Süßwasserperlenkette incl. Passender Ohrstecker
113.   Vergiss auch als trauernde Witwe niemals deine Haltung: Brust raus, Bauch rein und achte immer auf perfekt sitzenden Lipstick

Ich übertreibe??? Nein, meine Damen und Herren. Wer sich nach einem leicht alkoholisierten Ausflug um 6 Uhr morgens in die örtliche Backstube verirrt um sich an dem Pizzastangen-Ofen das komplette Hirnkastl zu verbrennen und um sich eine Woche später mit einem Straßenschild die Schädeldecke zu spalten, ist doch meine lieben Damen und Herren wohl genau der richtige Kanidat für Canonying und Rafting!

Wie ihr seht, es ist genügend zu tun. Ja, genügend zu tun. Aber macht dies auch Spaß? Nein, nicht wirklich. Und wenn Tierchen meint, sich mit Uschi duellieren zu müssen: Bitte gern!
Ding ding ding, Gladiatoren in die Arena. Lasset die Spiele beginnen: Fight!

Wer der Strohwitwer es schafft, Uschis heiss geliebte Schüssel, (die sie unter Einsatz ihres Lebens ergattert hat) als Sangria-Eimer-Ersatz für Schnaps zu missbrauchen, der legt sich mit der falschen an. Duell verloren. Wir machen die Badewanne mit Weißweinschörlchen voll, schmeißen den Grill an.
Jawohl das sind die neuen Weibchen: totes Tier und Weingläschen. Ok, eventuell gibt’s mediteranes Gemüsschen im Schonrock gegarrt, eine Crepé-Station und Käsekuchentörtchen an Fruchtspiegel. Oh, Herr im Himmel, lasst uns außer Kontrolle sein. Lasst uns zurückkehren in eine Woche Urlaub.

Lasst uns am Tag danach in den Wellen schwelgen und lasst es Pommlertz mit Ketschup und Mayo regnen. Ja, das einzig wahre Mittel gegen den Kater am Morgen danach.

Eure 
Uschi